Denker der . Generation

Richard Schüller

Geboren am 27. Mai 1870, gestorben am 14. Mai 1972.

Leben

(* 27. Mai 1870 in Brünn, Mähren; † 14. Mai 1972 in Washington, D.C.); Der „Lieblingsschüler“ und letzte Habilitand von Carl Menger entstammte einer jüdischen Familie in Brünn und musste sich sein Studium auf Grund der Insolvenz des elterlichen Betriebes weitgehend selbst verdienen. Mit seinem Erstlingswerk Die klassische Nationalökonomie und ihre Gegner (1895) demonstrierte Schüller noch einmal den kämpferischen Geist des Methodenstreits. Mit Schutzzoll und Freihandel (1905) konnte er sich schließlich habilitieren und betrat damit als erster der Wiener Schule das Terrain der Handelspolitik. Als außerordentlicher Professor publizierte er 1911 zwei nennenswerte Beiträge zur Arbeitskräftenachfrage sowie zum Arbeitsmarkt. Nach Mengers Tod unterstützte er 1923 die Herausgabe der zweiten Auflage der Grundsätze mit einem sehr persönlich gehaltenen Geleitwort. Schüller machte im Handelsministerium Karriere und wurde von Kaiser Karl I. kurz vor dessen Abdankung noch zum Sektionschef befördert. Staatsgebilde und Monarchen mögen vergänglich sein, nicht so der einmal erworbene dienstrechtliche Status eines österreichischen Beamten: Bis zu seiner Pensionierung verblieb Schüller in dieser Position und wirkte maßgeblich an der Außenhandelspolitik der Ersten Republik mit. Bis 1928 lehrte er an der Universität Wien, war von 1930 bis 1937 Mitherausgeber der Zeitschrift für Nationalökonomie, entfernte sich jedoch zusehends von der Wiener Schule. 1940 musste Schüller in die USA emigrieren und setzte dort bis 1952 seine Lehrtätigkeit fort.

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